Wer entlarvt Uri Geller und die anderen Illusionisten?
Günter Verdin Wer möchte schon Spielverderber sein und den Mörder im Krimi verraten oder gar das Geheimnis eines Zaubertricks enthüllen? Deswegen versuchen wir hier über die „unglaublichen Phänomene“ in der zweiten Staffel der Pro-7-Castingshow „The Next Uri Geller“ (heute, 20.15 Uhr) möglichst emotionslos zu berichten. Die Sendung vor einer Woche erreichte in Deutschland ernüchternde (und ernüchterte) 2,03 Millionen Zuseher. Ob sich die Entzauberung fortsetzt, wird sich heute zeigen, wenn das Fernsehpublikum wieder einen Nachwuchs-Illusionisten per kostenpflichtigem Telefonvoting hinauswählen wird. Der israelische Löffelbieger Uri Geller versucht seit jeher, die Spannung seiner Aktionen durch spektakuläre Behauptungen zu erhöhen, wie etwa, dass der „Große Geist“ mit im Spiel sei. Allerdings ist das „Aufregendste, was ich jemals getan habe“ (Geller) im November 2008 komplett in die Hose gegangen. Die Außerirdischen, zu denen Geller mittels Radioteleskop Kontakt aufnehmen wollte, haben ihm nämlich nicht einmal etwas gehustet. Auch die mit mystisch dunkler Offstimme kommentierten Clips, mit denen die Kandidaten von „The Next Uri Geller“ vorgestellt werden, versuchen immer wieder, den Ruch des Paranormalen zu verbreiten, obwohl die Darbietungen in Abwandlungen zum Repertoire jedes professionellen Zauberkünstlers gehören. Der Salzburger Mentalist Manuel Horeth etwa, der noch weiter um den Titel kämpfen darf, beeindruckte in der ersten Folge der zweiten Staffel mit „Gedankenlesen“: Er erriet eine bestimmte, von einer prominenten „Assistentin“ aus Millionen herausgepickte Telefonnummer. Der Trick lief in haargenau gleichem Ablauf in der britischen Version der Castingshow und kann für 299 Dollar gekauft werden. Solange die Vortäuschung übernatürlicher Fähigkeiten als magisches Spiel der Illusionen kenntlich bleibt, kann eine solche Zaubershow spannendes Entertainment sein, das uns Kindern der Aufklärung einen Ausflug in die grenzenlosen Sphären der menschlichen Fantasie ermöglicht. Diverse Links im Internet, unter anderen, entlarven noch während der Sendung die einzelnen Acts. Bei Google erscheinen die verschiedenen Suchergebnisse allerdings mit dem Hinweis: Diese Website kann Ihren Computer beschädigen. Gefahrenloser scheint die Desillusionierung über das googleeigene Videoformat „YouTube“ zu funktionieren. Aber, wie schon gesagt: Wer will schon Spielverderber sein und Zaubertricks verraten?gellerentlarvt.wordpress.com
Tv / 03.02.2009 03.02.2009 / Print
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