Andrea Breth, Tankred Dorst u.v.a. |
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PLAYING WITH PEOPLE Andrea Breth stages "Das weite Land" by Arthur Schnitzler
When the stage director Andrea Breth takes on a play, she tries to really get to the bottom of it. One critic, describing her time at the Schauspielhaus in Bochum, said that she takes an “alienated view” of a play. Arthur Schnitzler was never alien to her. After breaking off her studies of German language and literature in Heidelberg and a period of assisting on productions in the city theatre there, Breth staged Liebelei in the 1970s in Bremen. She says about Schnitzler, “From a very early age he moved me in a way I cannot describe so precisely, not only his plays, also the stories and novels. Perhaps it was the feeling of somehow being at home. Schnitzler’s diagnostic view of people, of what is inexplicable in the psyche, interested me right from the beginning. Relationships are created For the rehearsal period this means quite specifically that many questions are asked. “Not theoretically but while the actors are acting. Little by little things become clearer, biographies and attitudes are created. The Undiscovered Country is a play with a lot of characters. Even if they say nothing to one another in the play, they have a relationship with each other. This is what we discuss and I call that constant common psychoanalysis. The actors tell a story together and each of them has to know what is to be told. This ensemble is what I call my Vienna Philharmonic because I think it is absolutely wonderful when the triangle is also important and all the entries must come on time! No one thinks, “I only have a small role. Everyone says, “I am a person in this story.” “It was not easy to rehearse this play. It takes a lot of substance out of you; I was not the only one to feel this but the whole ensemble. One just manages to avoid falling into a depression. I feel the mood of the play corresponds exactly to the present. This fun and amusement society that constantly plunges into emptiness; speculations, all the business on the stock exchange. One asks oneself, what is the point actually? There is no longer anything to hold onto. Reality instead of the stage “The so-called Schnitzler tone that is celebrated as it were like icing over the whole thing is not a tone of voice but a question of thinking. And a question of the sub-texts. What is behind them, why does someone say a certain thing? What does he conceal, what does he really mean? Here Schnitzler is in the tradition of Chekhov, without Chekhov there would be no Schnitzler.” Günter Verdin The German version of this article appeared on 27 July 2002 in the Festival supplement of the Salzburger Nachrichten. |
| TANKRED DORST Theater im Kopf |
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| 24. Juli 2004 |
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| So wie Henry Purcell den Stoff des König Arthur zu einerOper verarbeitet hat, hat Tankred Dorst ein Stück darübergeschrieben, das erstmals ungekürzt vorgetragen wird. Günter Verdin
Im deutschen Feuilleton (FAZ) wird zurzeit die "Entstückung" des Theaters beklagt, weil immer mehr Regisseure durch eigene Dramatisierung von Literatur und Filmvorlagen die Stückeschreiber an den Rand der Spielpläne drängten. Einer der produktivsten Dramatiker deutscher Sprache, Tankred Dorst, hat sich in seiner "Botschaft zum Welttheatertag 2003" längst auf die Seite der Theatermacher gestellt: "Theater ist eine unreine Kunst, darin liegt seine vitale Kraft. Ohne Hemmung benutzt es alles, was ihm im Wege steht. Es wird seinen Prinzipien ständig untreu. Selbstverständlich schielt es nach den Moden der Zeit, holt sich Bilder aus anderen Medien." Tankred Dorst, der einige Klassiker des Nachkriegstheaters wie "Große Schmährede an der Stadtmauer (1961), "Toller, Szenen einer deutschen Revolution" (1968) oder "Ich, Feuerbach" (1986) verfasst hat, arbeitet meist multimedial: zunächst mit Marionetten, dann schrieb er Drehbücher für Film und Fernsehen, er bearbeitete Romane wie "Kleiner Mann, was nun?" von Hans Fallada, und er wirkte an der Realisierung der von ihm übersetzten und bearbeiteten Stücke von Diderot und Molière mit. Wie er mit seinem weißen Lockenhaupt in seiner hellen Wohnung in München-Schwabing sitzt, erinnert er an einen Magier. Dem Zauberer Merlin hat er 1980 ein monumentales Denkmal gesetzt: "Merlin oder Das wüste Land." Dorst gestaltet Merlin als spannungsgeladene Figur. Er ist als Sohn des Teufels zum Bösen bestimmt und motiviert doch König Artus und seine Tafelrunde zur Utopie einer besseren Welt. Seit zwanzig Jahren sieht sich der Autor mit diesem Stück immer wieder konfrontiert: "Das Stück ist vielschichtig, es ist kompliziert", erläutert er im SN-Gespräch. "Es ist nicht leicht zu kürzen ohne Verluste im Beziehungsgeflecht." Peter Zadek habe ihn ermuntert, den englischen Stoff um König Arthur zu lesen. Doch: "Ich konnte damit nichts anfangen, mit all den Turnieren und Helden." Nach oberflächlicher Kenntnis der Geschichte habe er diese nach seinen Interessen sortiert und dies zu einem großen Werk zusammengestellt. "Das Stück will die Welt als Ganzes zeigen." Dazu gehöre auch Gewalt. Da er ahnte, dass das Stück wegen der Fülle des verarbeiteten Materials nicht aufführbar sein würde, habe er sich für "ein Theater im Kopf" entschieden. Denn: "Man kann die Geschichte um Merlin nicht in realistische Dialoge auffächern." Die erste Fassung hatte 400 Seiten. Die Uraufführung fand 1981 in Düsseldorf statt, in der Regie von Jaroslav Chundela. Diese Aufführung dauerte - mit zwei großen Pausen - von 14 bis 23 Uhr. Mittlerweile wurde das Stück über sechzig Mal inszeniert. "Das Stück ist aktueller denn je", erläutert Tankred Dorst. "Es handelt vom Ende der Utopie, das ist aber nur ein Thema des Stücks, aber ein durchgehendes Motiv, das vor allem bei Aufführungen im Ostblock betont wurde." In voller Länge ist das Stück noch nie aufgeführt worden. Die Salzburger Festspiele und ihr Schauspieldirektor, Jürgen Flimm, planen, das ungekürzte Werk in einer Lesung Gestalt werden zu lassen. Der Dramatiker Dorst, ständig auf der Suche nach neuen Talenten, wird im Rahmen dieser Veranstaltungsreihe unter dem Motto "Anfänge" vier junge Dramatiker aus Berlin und München vorstellen, deren Werke noch nicht aufgeführt worden sind. "Es geht um die Schwierigkeit und die Lust des Anfangs. Wie setzt sich Fantasie fest?" Eine Autorin hat über Pubertätsproblematik und Schülerselbstmord geschrieben. Ein junger Mann hat zwei Monologe ineinander verflochten, den einer alten Frau und den eines Mannes, der Schwierigkeiten habe, eine Frau zu finden. Ein Autor hat ein Stück über die Intellektuellen in der Frühromantik geschrieben, die sich permanent selbst reflektieren. Und der jüngste der vier Dramatiker führt uns in eine geschlossene Anstalt, in der wir der gealterten Ulrike Meinhof begegnen. Tankred Dorst plant, im Herbst zwei, vielleicht drei Stücke zu schreiben. Im August erscheint seine Erzählung "Der schöne Ort". Im September folgt das Stück "Purcells Traum von König Artus". Dazu sagt Dorst: "Purcells Werk ist ja eine Semi-Opera. Ich habe das Schauspiel neu geschrieben. Mich interessiert der Kampf der Angeln gegen die Sachsen überhaupt nicht. Bei mir findet der Kampf statt zwischen dem Restpersonal aus Purcells Opera und einer Investorengesellschaft, die das alte Opernhaus in ein Einkaufszentrum umwandeln will."
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